Trägst Du im Körper das Campylobacter Bakterium, ist spielen ein Martyrium!

Dies mussten einige Spielerinnen der TI-Teamgeist-Volley am vergangenen Samstag im Spiel gegen den Tabellenzweiten, UVC Holding Graz, in der neuen BLUE BOX Arena, völlig entkräftet zur Kenntnis nehmen. Zur Vorgeschichte: Insgesamt 8 (!) Spielerinnen hatten vom EC-Abenteuer in Baku einen blinden Passagier an Bord mit nach Hause genommen. Erst einmal angekommen, zeigte er sein wahres Gesicht: zwei bis drei Tage bis zu 40° Fieber, begleitet mit Durchfall und Erbrechen. Was das für den Körper bedeutet, weiß jeder, der schon einmal einen tieferen Dialog mit der Klomuschel hatte… Neben Kapitänin Daniela Traxler war auch Steffi Krepper bis zum Spieltag ans Bett gefesselt und mit Infusionen versorgt worden – beide konnten die Reise nach Graz erst gar nicht mitmachen. Die sechs anderen Betroffenen hatten am erlittenen Substanzverlust sichtlich zu kämpfen. Nach längeren Ballwechseln schien ein Sauerstoffzelt erforderlich! Verständlich daher auch die verzögerte Reaktionsschnelligkeit, die verringerte Konzentrationsfähigkeit, die fehlende Explosivität im Angriff und im Block. Man hatte die Auswirkungen des Bakteriums wohl richtig eingeschätzt, sich aber im Vorfeld aufgrund der Terminknappheit trotzdem dazu entschlossen, das Spiel zum angesetzten Spieltermin auszutragen. UVC Graz zog von Anfang an los, als gäbe es kein Morgen – 8:3 im ersten Abschnitt – es schien, als säßen die Ti-Teamgeist-Volley-Mädels noch im Teambus. Wie ausgewechselt kam dann das Team vom technischen Timeout zurück auf´s Feld. Mit spektakulären Blockpunkten gelang es, den Spieß umzudrehen – 13:6 im zweiten Abschnitt, damit eine 16:14 Führung nach dem zweiten Drittel. Im dritten Abschnitt ging es im Paarlauf über das übliche Satzende hinaus, abwechselnd hatten beide Teams die Möglichkeit, zur 1:0 Satzführung zu servieren. Letztlich waren es die Teamgeister, die den ersten Satz mit 29:27 für sich entscheiden konnten. Ein ähnliches Bild im zweiten Durchgang, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Gastgeberinnen diesmal die schnelle Führung von Beginn an nicht mehr aus der Hand gaben und den zweiten Satz mit 25:19 für sich entscheiden konnten. Bis zum 18:21 war man nie mehr als 3 Punkte auseinander gelegen – dann ein 1:4 – in dieser Phase machte sich zum ersten Mal der eingangs erwähnte Substanzverlust deutlich bemerkbar. Ein guter Start der Teamgeister im dritten Satz führte zu 8:6 und 16:14 Führungen zu den Technischen Auszeiten. Leider machten sich die schwindenden Kräfte diesmal etwas früher bemerkbar – ein 3:9 im letzten Abschnitt führte zum 25:19 Erfolg im dritten Durchgang und zur 2:1 Führung der Grazerinnen. Jetzt waren die Vorratsspeicher vollends ausgeschöpft – im vierten Durchgang war gegen die immer sicherer agierenden Grazerinnen nichts mehr zu holen, die letztlich den vierten Satz ganz klar mit 25:15 für sich entscheiden konnten und damit 3 Punkte auf Konto verbuchen durften. Trotz der Niederlage gibt es auch eine überaus erfreuliche Nachricht zu berichten: unsere # 13, Lisa Vogler, hat ihre im Juli durchgeführte Operation in der rechten Schulter (die lange Bizepssehne musste wieder an Ort und Stelle verankert werden…) bestens überstanden. Dank der intensiven Therapie bei Teampysio Simon Pagitz und der konsequenten Einhaltung ihres Aufbautrainings hat die Schulter 4 Sätze lang bestens gehalten und meldete sich anschließend nur mit einem sanften ziehen. Lisa steuerte ganze 9 Punkte zum Gesamtergebnis bei, 5 davon allein im Block! Zuversichtlich stimmt weiter, dass trotz der eingeschränkten körperlichen Fitness mit dem Titelfavoriten drei Sätze lang auf Augenhöhe mitgekämpft werden konnte. Am 8.2. gibt es ein Wiedersehen. Dann hoffentlich unter anderen Voraussetzungen! UVC Holding Graz – TI-Teamgeist-Volley 3:1 (27:29 / 25:19 / 25:19 / 25:15) 1h 43‘ Topscorer: Gerling (14), Chrtianska (10), Vogler (9) 20141022-190020-DSC07391 1400253_614034075373563_22307564508059390_o 10256767_614034082040229_7554666168680174901_o 10710271_614419002001737_7044084488602544160_o